„Isolation“ - mit Werken von Inci Gada

In der Zeit vom 16. Februar 2018 bis 6. April 2018 findet in der VHS die Ausstellung „Isolation“ statt.

Die Ausstellung zeigt Werke der Künstlerin Inci Gada.
Die Vernissage ist am 16. Februar um 18 Uhr im Lichthof der VHS.

Inci Gada stammt aus der türkischen Hafenstadt Izmir an der Ägäischen Küste, wo sie 1951 geboren wurde. Mit 22 Jahren ist sie nach Deutschland gezogen. Die vielen Herausforderungen am neuen Lebensort, die Familie, die Kinder, die berufliche Entwicklung und das Zurechtkommen im neuen Land haben jahrelang viel Raum eingenommen. Zeit für das Hobby aus der Kindheit gab es wenig.

Erst in den letzten Jahren malt sie wieder aktiv, gemeinsam mit Künstlern in Izmir, wo sie regelmäßig einige Monate im Jahr verbringt, und in ihrem eigenen Atelier in Ganderkesee. Zwei gleichstarke Lebenszentren sind es bis heute geblieben, die Stadt am Meer mit ihren antiken Schätzen und ihr Zuhause im Norden Deutschlands mit anderen Landschaften und einer anderen Art von Schönheit.

Die Motive, die in den Bildern von Inci Gada vorkommen, erzählen diese persönliche Geschichte und die Inspiration, die aus unterschiedlichen Quellen stammt – buntes Treiben auf dem Markt, Menschen, die durch enge Gassen einer Altstadt schlendern, ein orientalischer Tanz, die Küste, der Wind, die Möwen, eine Windmühle, flache norddeutsche Landschaften, Fachwerkhäuser.

In diesem Mix aus Motiven wird ein liebevoller, sensibler Blick auf die Welt sichtbar. Das wird durch abstrakte und konkrete Symbole und mit unterschiedlichen Techniken zum Ausdruck gebracht. Isolation – warum ausgesprochen dieser Ausstellungstitel? Spricht man mit Inci Gada darüber, wird klar, dass sie viele Themen mit diesem Wort verbindet, in erster Linie aber die Frage nach der sozialen Isolation des Menschen meint, ein Thema, das ihr sehr wichtig ist.

Warum sind Menschen heutzutage oft einsam, obwohl es so viele Möglichkeiten zur Kommunikation gibt? Warum entsteht eine gewisse Oberflächlichkeit in der Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren? Warum kennen sich Nachbarn wenig untereinander?

„Menschen brauchen Menschen“, sagt die Künstlerin, das Schöne entsteht durch die Gemeinschaft, durch den persönlichen Kontakt. Auch weitere Aspekte verbindet sie mit dem Begriff der Isolation im positiven Sinne, wie etwa das menschliche Bedürfnis, sich zurückzuziehen, nachzudenken, allein zu sein, um Kraft zu tanken, zu sich zu kommen und zum Beispiel allein ans Meer zu fahren. Oder aber die Situation, wenn Menschen oder sogar Länder sich selbst in Isolation bringen, weil sie nicht bereit sind, etwas zu ändern oder anders auf die Welt zu blicken.

Der Phantasie und Interpretationsmöglichkeiten der Besucher sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, was sie in ihren Bildern entdecken und was für sie Isolation bedeutet. Dies ist ganz im Sinne von Inci Gada.