Bildungs-Aktivisten aus Weißrussland zu Gast bei der VHS Delmenhorst

18 Fachleute informieren sich eine Woche lang über Erwachsenenbildung in Niedersachsen

 

Wie Erwachsenenbildung in Deutschland umgesetzt wird - darüber informierten sich Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen aus Weißrussland jetzt in Delmenhorst bei einem Besuch bei der Volkshochschule (VHS). Hier lernten sie ein vorbildlich geführtes Erwachsenenbildungszentrum mit einem reichhaltigen Bildungsnagebot zu sozialen Preisen kennen. Die 18 Besucherinnen aus Weißrussland arbeiten teils in Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Kulturbereich, teils leiten sie zivilgesellschaftliche Bildungs-Initiativen in Vereinsform. Freie Erwachsenenbildung wie in Deutschland gibt es in Weißrussland noch kaum, aber es gibt etliche kleine Initiativen, eine solche aufzubauen.

Die Gruppe reiste eine Woche lang durch Niedersachsen, um sich über verschiedene Methoden zu informieren, wie Erwachsenenbildung in Deutschland umgesetzt wird. Außer Delmenhorst konnte die Gruppe auch Eindrücke an der VHS Nienburg und an der KVHS Norden sammeln.

Die Studienreise wurde von DVV International organisiert, dem Auslandsinstitut des Deutschen Volkshochschulverbands. Sie bot Mitarbeitenden aus Bildungseinrichtungen die Gelegenheit, Erfahrungen und Wissenswertes rund um das Thema Erwachsenenbildung auszutauschen. Auch in Delmenhorst konnten neue Kontakte geknüpft und mögliche Kooperationen besprochen werden. „Wir konnten uns intensiv austauschen, und einige Ideen der Gäste sind sehr interessant“, sagt Martin Westphal, Leiter der VHS Delmenhorst. “Wir wollen auch in der Zukunft auf jeden Fall den weiteren Austausch pflegen.“

Die Teilnehmenden der Studienreise sind Teil einer Gruppe des Projektes „Learn to act“ (Handeln lernen), erklärt Galina Veramejchyk, Leiterin des Auslandsbüros von DVV International in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands. In dem Projekt gehe es darum, Menschen in den Regionen Weißrusslands davon zu überzeugen, sich ehrenamtlich und gemeinschaftlich im Sinne der Zivilgesellschaft zu engagieren. So sollen Probleme vor Ort gemeinsam gelöst werden. Veramejchyk ist überzeugt, dass die Volkshochschulen in Deutschland „großartige Arbeit leisten“, nicht nur im Bereich der Erwachsenenbildung, sondern auch bei der Unterstützung der sogenannten Transformationsländer in Ost und West. Schon seit vielen Jahren unterstützen die Volkshochschulen aus Deutschland solche Länder in der Umsetzung von Bildungsprojekten. „Es ist wichtig, dass die deutschen Volkshochschulen ihre Erfahrungen und Kenntnisse teilen, und wir danken den Kolleginnen und Kollegen dafür,“ sagte Veramejchyk.

Veramejchyk glaubt, dass die Besucher einiges an Anregungen und Methoden aus Delmenhorst und den anderen niedersächsischen Städten mitnimmt, was sie bei ihnen zu Hause in der Erwachsenenbildungsarbeit umsetzen können. So konnten sie sich auch Ideen holen, wie Selbstverwaltung örtlicher Bildungseinrichtungen gelingen kann.

„Ich glaube, beide Seiten konnten von dem Besuch hier am 23. März 2019 profitieren“, so Direktor Martin Westphal. „Wir können viel voneinander lernen.“

Auch eine kurze Führung im norddeutschen Industriemuseum Delmenhorst beeindruckte die Gäste aus Weißrussland, die in ihren Heimatstädten ebenfalls auf eine vielfältige Industrietradition zurückgreifen können, weltbekannt darunter das große Traktorenwerk in Minsk, nach dem sogar eine U-Bahn-Station benannt ist.