Jürgen Beckstette, Geschäftsführer Volkshochschule Delmenhorst gGmbH und Janina Pohlmann von der Volkshochschule Delmenhorst zusammen mit Deniz Kurku, SPD-Landtagsabgeordneter für die Stadt Delmenhorst (v.l.) auf der Demonstration vor dem Landtag in Hannover

Lukas Reinken, Sprecher für Erwachsenenbildung der CDU-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter für u.a. Wildeshausen, Sarah Saalfeld von der regioVHS Ganderkesee, Birgit Schröder von der vhs Wildeshausen e.V., Hinrich Ricklefs, 2. Vorsitzender der vhs Wildeshausen e.V. und Thore Güldner, SPD- Landtagsabgeordneter u.a. für Ganderkesee (v.l.) in Hannover

Berbel Unruh, Verbandsdirektorin des Landesverbands der niedersächsischen Volkshochschulen (in rot) hält eine Rede vor vielen Leitungen und Mitarbeitenden von verschiedenen Volkshochschulen auf der Demonstration

Demokratie gibt es nicht zum Nulltarif


Niedersächsische Volkshochschulen demonstrieren vor dem Landtag für eine angemessene Finanzierung der Erwachsenenbildung


Am 15. Mai forderten Leitungen mit Mitarbeitenden der 57 niedersächsischen Volkshochschulen vor dem Landtag in Hannover eine angemessene Finanzierung der Erwachsenenbildung.

Die kommunal verankerten Volkshochschulen stehen dem Land als verlässliche Partnerinnen in den aktuell herausfordernden Zeiten jederzeit zur Verfügung. Sie verstehen sich als Orte des offenen Diskurses, die einen wesentlichen Beitrag zur Demokratiebildung und Integration leisten. Mit ihren Angeboten befähigen sie Menschen zur Partizipation am politischen und gesellschaftlichen Leben. Doch ein solches Engagement kann langfristig ohne angemessene Finanzierung nicht nachhaltig gesichert werden. „Wir fordern ein, was schon lange mehr als notwendig ist: Eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung für die öffentlich geförderte Erwachsenenbildung – ebenso verlässlich, wie es unsere Arbeit ist!“, sagt Berbel Unruh, Verbandsdirektorin des Landesverbands der niedersächsischen Volkshochschulen.

Das Land Niedersachsen hat sich per Gesetz zwar verpflichtet, die Erwachsenenbildung im Land zu fördern. „Ziel der Förderung ist es, ein plurales, bedarfsgerechtes und flächendeckendes Bildungsangebot zu schaffen und zu erhalten“, so steht es im Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz (NEBG). Doch das Land lässt die Kommunen seit langem im Regen stehen bzgl. der Finanzierung der Erwachsenenbildung, einer Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Dies wird insbesondere nach den drei letzten Jahren mit hohen Teuerungsraten und Tarifabschlüssen immer dramatischer.

Trotz wiederholter Erhöhungen des gesamten Bildungshaushalts des Landes in der Vergangenheit wurde die Finanzhilfe für die Erwachsenenbildung und ein der wirtschaftlichen Entwicklung angemessener Aufwuchs in den letzten 20 Jahren kaum oder gar nicht berücksichtigt. Die Landesförderung hierfür ist praktisch unverändert und damit inflationsbereinigt heute um 30% niedriger als im Jahr 2004.

Die Erwachsenenbildung sieht zudem noch schwereren Zeiten entgegen. Obwohl im Koalitionsvertrag der aktuellen Landesregierung eine Verbesserung der Finanzierung vereinbart ist, befürchten die Volkshochschulen im Gegenteil im Haushalt 2025 sogar Kürzungen.

Im Vorfeld haben die Volkshochschule Delmenhorst, die regioVHS Ganderkesee-Hude und die VHS Wildeshausen die Landtagsabgeordneten ihrer Wahlkreise um Unterstützung gebeten. Im Rahmen der Demonstration erklärten alle drei Abgeordneten die große Bedeutung der Volkhochschulen bei der Förderung von Integration und Demokratie.

"Eine auskömmliche Finanzierung ist dabei nicht nur eine Frage der Wertschätzung, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft unseres Landes", erklärt Lukas Reinken, Sprecher für Erwachsenenbildung der CDU-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter für u.a. Wildeshausen.

Deniz Kurku, SPD-Landtagsabgeordneter für die Stadt Delmenhorst sagt seine Unterstützung zu: „Auch im Koalitionsvertrag von Rot-Grün wird deutlich, dass gute Rahmenbedingungen und eine gute
Arbeit in der Erwachsenenbildung die Ziele sind. Genau dafür werden wir uns auch bei den sicher nicht einfachen Diskussionen einsetzen!“

Thore Güldner, SPD- Landtagsabgeordneter u.a. für Ganderkesee konkretisiert: „Eine optimale finanzielle Ausstattung ist (…) unabdingbar und wir werden uns im Beratungsverlauf für den Landeshaushalt 2025, wie in den letzten Jahren auch, genau dafür einsetzen. Dabei dürfen wir uns nichts vormachen: Im Spannungsfeld von sich negativ entwickelnden öffentlichen Haushalten wird dies eine Herausforderung. Auch im Sinne unserer Erwachsenenbildung müssen wir eine ernsthafte Debatte über die Schuldenbremse führen“.

 

Bildquellen: vhs Delmenhorst

Zurück