StartseiteAusstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" vom 4. bis 22. November 2022

Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" vom 4. bis 22. November 2022

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Erstellt am: 25.10.2022 - 12:24 Uhr

Vom 4. bis zum 22. November gastiert die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" in der Volkshochschule Delmenhorst.
Die bilderreiche Ausstellung setzt sich mit den Verbrechen des NSU in den Jahren 1999 bis 2011 und deren gesellschaftlicher Aufarbeitung auseinander.

Im ersten Teil der Ausstellung werden die Biografien von Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kiliç, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter dargestellt.

Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Nürnberg und Köln sowie den Banküberfällen, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden.

Der zweite Teil beleuchtet das Netzwerk des NSU. Verbindungen neonazistischer V-Leute verschiedener Verfassungsschutzbehörden mit den bisher Verurteilten werden skizziert. Analysiert werden auch die Gründe, warum die Mordserie lange nicht aufgedeckt wurde, sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex. Auch Angehörige der Ermordeten kommen zu Wort. Eltern, Kinder und Witwen berichten von der Zeit vor und nach dem Auffliegen des NSU, kommentieren den Münchener NSU-Prozess und unterziehen die bisherige Aufklärung einer kritischen Beurteilung.

Der dritte Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit weiteren rechten Gewalttaten, insbesondere mit dem rechten Terror nach der Selbstenttarnung des NSU, und beleuchtet die Perspektive von Angehörigen der NSU-Mordopfer auf die erneuten rassistischen Morde in München, Halle und Hanau.

Die vhs freut sich abermals mit dieser Ausstellung in Delmenhorst einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten.

In ihrem Vortrag zur Ausstellungseröffnung am 4. November um 17 Uhr stellte Birgit Mair die Opfer in den Mittelpunkt. Die Berichterstattung hat vor allem die Täter des NSU thematisiert. In der Konzeption der Ausstellung war es Birgit Mair ein Anliegen, diese Perspektive zu ändern und das Hauptaugenmerk auf die Opfer der Anschläge zu richten. Neben einzelnen Geschichten haben die Zuhörer von ihren Begegnungen im Zuge der Ausstellungserarbeitung erfahren - wie sie mit vielen Familienmitgliedern und Freunden der Opfer gesprochen hat und welche Eindrücke diese vermittelt haben.

Die Ausstellung sowie der Vortrag wurden in Kooperation mit dem Kommunalen Präventionsrat (KPR) der Stadt Delmenhorst organisiert. Der Kommunale Präventionsrat der Stadt Delmenhorst (KPR) untermauert mit dieser Ausstellung und dem Vortrag sein Programm „Wir sagen Nein! zu Wölfen im Schafspelz“. Denn die Dokumentation dieser unfassbaren, rassistischen Morde ermöglicht eine fundierte Diskussion über die Ursachen für die Entstehung von Gewalt, Rassismus und fehlender Zivilcourage.

 

Bildquelle: Birgit Mair
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